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Vom Stillsein, von Rückzug und von ALPHA

In diesem Sommer durfte ich mit meiner Familie wieder eine herrliche Zeit auf meiner Lieblingsinsel Groß Britannien verbringen. Wir lieben es, entlang dem Küstenwanderweg zu gehen, auf der einen Seite der Atlantik und die riesigen Felswände, die sich an manchen Stellen wie Fächer entfalten und auf der anderen Wiesen und Wildblumen

Ich sitze auf einem Felsen und denke an IHN – meinen Gott! Ich finde ihn auf meinen Wanderungen inmitten von Wind und Felsen und dem herrlichen Duft des salzigen Wassers. Ich habe solche Ehrfurcht vor seiner Schöpfung und kann hier allein sein, zwischen all den Gewalten und doch geborgen in ihm. Fernab von Häuserschluchten, Lärm und all den vielen Eindrücken, die mich manchmal so gefangen nehmen und ich oft in eben jene Stille flüchten möchte, die mir jetzt so gut tut. Das Rauschen des Meeres und das Geschrei der Möwen kommen in mein Stillsein wie ein Wiegenlied und ich möchte einfach bleiben. Aber es ist nicht die Stille, sondern SEINE Gegenwart in ihr, nach der ich mich sehne und die ER so gerne schenkt.

Es ist nicht mehr lange und wir werden nach Hause fahren. Ich sitze auf einem Felsen und weiß, dass ER doch überall ist. Hier an dem Ort, der mir so gut gefällt, an meinem Heimatort und an den Orten die mich ängstigen, die ich nicht so schön finde. Er ist mit mir in den Situationen, die mich herausfordern. Trotzdem möchte ein Teil von mir am Liebsten hier sitzen bleiben. Ich ahne, was alles zu Hause auf mich wartet. Da sind die täglichen Aufgaben, die erwachsenen Kinder, um deren Wege ich mich noch immer sorge, wer weiß, was die jüngeren noch anstellen werden? Und da ist Opa, den die Krankheit zerfrisst und der sein Leben noch nicht Jesus gegeben hat und die Versöhnung mit einem seiner Söhne steht auch noch aus. Ich bete sehr dafür, der Herr wird’s richten. Mache ich es mir zu einfach? Eigentlich soll ich mich ja nicht sorgen, aber ich mache es gerade doch wieder.

Ich höre die Schafe hinter mir. Ja ich war auch eines, ein verlorenes, ein dusseliges. Ich habe an Jesus geglaubt aber eben auch an vieles andere. Irgendwie kann man sich ja was Schönes aus allem basteln. Heute weiß ich, wie verloren das ist und was es bedeutet, von ihm geliebt und verändert zu werden und ihm allein zu folgen. Ich bin so oft über den Zaun gesprungen und ER hat mich wieder und wieder gesucht! Er hat mir Menschen geschickt, die mir von ihm erzählt haben. Die mich herausgefordert haben, denen ich wichtig war.

Ich denke an den Alpha-Kurs im vergangenen Jahr und an die große Freude Menschen auf ihrem Weg hin zu Jesus zu begleiten. Jede/r einzelne/r dieser Menschen war und ist IHM wichtig und das haben wir alle gespürt! Ich denke an sie und meine Freude wenn ich sie in der Gemeinde treffe. Ich denke an all die wundervollen Menschen in unserem Team, die sich aufgemacht haben und von ihrem Glauben und den Wundern in ihrem Leben erzählt haben. Irgendwann war das ganz leicht. Weil es einfach so wahr ist, weil die eigene Errettung einfach erzählt werden muss, weil es schmerzt, wenn du es nicht erzählen würdest. Wie ein Geschenk, dass im Weitergeben immer noch schöner, noch wertvoller wird.  

ALPHA war und ist ein Tag in der Woche, an dem alles möglich ist! Vielleicht erste Schritte in ein neues Leben. 

Ich sitze auf meinem Stein und schäme mich meiner Sorgen, meines Gezeters und meiner Kleingläubigkeit! Habe ich gerade vergessen, dass mit IHM alles möglich ist? Und das an jedem Ort auf dieser Welt?

Nein, habe ich nicht! Aber ich habe einen Hauch der alten Angst verspürt, verloren zu sein, zu versagen, mich zu sorgen, nicht zu genügen. Alle Probleme alleine lösen zu müssen. Dabei weiß ich es doch jetzt besser, habe es selber erfahren! Ich denke an jene, die Jesus nicht kennen oder eine völlig falsche Vorstellung haben, Fragen auf die sie keine Antwort finden und sich deshalb so sehr verlaufen. Ja, und plötzlich kommen mir die Tränen, weil ich wieder neu begreife, dass ich ein geliebtes Kind Gottes bin! Wie winzig komme ich mir vor auf meinem Stein und wie groß ist SEINE Liebe und seine unendliche Geduld mit mir dusseligem Schaf?! Und da ist sie wieder, tief in meinem Herzen diese Freude und diese Begeisterung! Ja, ich will IHM immer wieder mein Leben geben, ich vertraue IHM und ich werde von IHM erzählen, weil ich unendlich dankbar bin, dass er in mir lebt und ich durch nichts alleine gehen muss! Diese Freude wünsche ich allen Menschen.

Ich bin dankbar, dass ALPHA in unserer Gemeinde möglich ist, damit alle die Chance haben, IHN kennenzulernen und ganz nebenbei auch uns. Ich bin dankbar für das Wirken des Heiligen Geistes unter uns allen, liebe Geschwister, und die Kraft unserer Gebete! Ich bin dankbar für die Menschen, die zu uns kommen und uns bereichern, mit ihren Gedanken und Geschichten, für die Demut, die wir neu begreifen dürfen, denn durch sie werden auch wir uns wieder unserer eigenen Errettung bewusst.

Eigentlich hatte ich beschlossen auf meinem Stein zu verharren und irgendwann als merkwürdiges Fossil von dort abgekratzt zu werden... Aber ich habe es mir anders überlegt: Ich werde wieder Karten für ALPHA verteilen und wenn ich mich doch mal nicht traue, werde ich einfach eine in der U-Bahn liegen lassen. Gott weiß, wer sie finden soll und ich freue mich sie oder ihn kennenzulernen!

Übrigens: Opa hat sein Leben Jesus übergeben und der Sohn hat sich mit ihm ausgesöhnt, Halleluja!

 

 Manuela Grundmann

 
21.09.2018