Unseren täglich Freund gib uns heute!

Vor einigen Jahren erlebte ich in meiner Ausbildung zum Pastor in einer Hamburger Gemeinde, wie konkret Gott Gebete erhört, und wie freundlich er sich um meine Bedürfnisse kümmert.

Es war an einem Samstag. Ich wollte bald ins Büro des Gemeindehauses fahren, um mich auf die Predigt für den Sonntagsgottesdienst vorzubereiten. Ca. acht Stunden Arbeit plus Pausen lagen vor mir. Mein Mitbewohner aus der Mini-WG war nicht da und so war es fast abzusehen, dass ich den ganzen Tag keinen persönlichen Kontakt haben würde. Keine schöne Vorstellung!

Gott erhört unser Gebet

Als Predigtthema hatte ich mir eine Bitte aus dem berühmtesten christlichen Gebet, dem so genannten „Vater unser“ ausgesucht: „Unser täglich Brot gib uns heute!“ Meine Überzeugung ist, dass Jesus uns mit dem Gebet nicht nur auffordert, von Gott das allernotwendigste Essen zu erbitten, sondern alles, was zu einem guten Leben gehört. Dazu gehören auch Beziehungen. Und wenn der Sohn Gottes, Jesus, uns dazu auffordert, für diese Dinge zu beten, dann können wir sie auch von ihm erwarten.

Also betete ich, bevor ich losfuhr, dass Gott mir ein gutes Gespräch an diesem Tag schenken würde, bei dem ich das Gefühl hätte, als Mensch, als Person ernst genommen zu werden.

Nach der Mittagspause klopfte es gegen das Bürofenster. Ein guter Bekannter aus meinem Hauskreis stand draußen (mehr zu Hauskreisen). „Ich wollte dich einfach so mal besuchen kommen!“, meinte er. Kuchen hatte er mitgebracht und sogar eine Thermoskanne mit Tee. Kuchen gehört zu meinen Lieblingsspeisen!

Wundere dich nicht.

Zweieinhalb Jahre war ich bei dieser Gemeinde angestellt und arbeitete oft im Büro. Es gab dort viele liebe Menschen, die mich unterstützten. Aber nur an diesem einen Tag, an dem ich morgens Gott konkret gebeten hatte, kam mich jemand mit den Worten zu mir: „Ich wollte DICH einfach so mal besuchen kommen!“. Für mich ist das ein Wunder.

Übrigens kam am Nachmittag noch jemand ins Büro. Ein junger Mann hatte Liebeskummer und brauchte jemanden zum Zuhören. Vielleicht gab Gottes mir gleich die Gelegenheit, etwas von der erfahrenen Liebe weiter zu geben.

Stephan, Mitglied der Lukas-Gemeinde