1992: ein Urlaubsabenteuer der besonderen Art

Im Frühjahr 1992, gut zwei Jahre nach dem Fall der Mauer und des „eisernen Vorhangs" in Osteuropa, hatten wir als Familie den Gedanken, unseren Sommerurlaub mit einer Jugendorganisation verbringen zu sollen. Ein Gedanke Gottes?

Wir versprachen uns davon eine gute Lernerfahrung für unsere drei Ältesten 10, 11 und 12 Jahre alt, die mit 25 anderen Teenagern auf einer Tournee durch Deutschland, über einen Jugendkongress in Barcelona mit dem Zielort Albanien eine spannende und lehrreiche Zeit erleben sollten. Darüber hinaus wollten wir mit dieser Aktion den desillusionierten Albanern etwas von der Liebe und Hoffnung Gottes vermitteln.

Ein Hindernis kommt selten allein.

Für uns Eltern war dabei klar, dass diese Zeit für uns weniger Erholung als vielmehr Arbeit und Herausforderung bedeuten würde, da wir als Mitarbeiter rund um die Uhr viel Verantwortung tragen sollten. Um unseren Plan zu realisieren, waren allerdings zwei große Hindernisse zu bewältigen: Wir mussten zum einen der allgemeinen Skepsis begegnen, mit 25 Kindern in das damals ärmste, unterentwickeltste und unsicherste Land Europas, Albanien, zu reisen. Außerdem brauchten wir als Familie für diese Reise 12.000 DM, mehr als das Vierfache unseres Urlaubsbudgets.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, riefen wir nun im Vorfeld der Reise immer wieder unsere Kinder zusammen, um mit ihnen zusammen Gottes Willen zu erfragen und seine praktische finanzielle Unterstützung zu erbitten. In diesen gemeinsamen Zeiten wuchs dann schrittweise unsere Gewissheit und Freude über unsere Urlaubspläne.

Diese wurden auch nicht erschüttert, als wir einem guten Freund für seine weitere Ausbildung dringend benötigte 2.000 DM schenkten - die Summe, die wir nun gerade auf unserem Konto für unsere Reise angespart hatten.

Gott bestätigt unser Vertrauen.

Woche für Woche überraschten uns Menschen, denen wir nichts von unseren Plänen gesagt hatten, mit Geldgeschenken. Kurz vor der Abreise zählten wir schließlich 14.000 DM (!). Den  Überschuss von 2.000 DM konnten wir später auf der Reise nutzen, um Notbedürftigen zu helfen.

Am Ende stellte sich unser Urlaubsabenteuer als Meilenstein in unserer Beziehung zu Gott heraus. Wir mussten unsere Sicherheiten zurücklassen, um täglich und in allem Gott zu vertrauen. Jeder Tag war gespickt mit Grenzerfahrungen, die uns nach Gott riefen ließen. Und ER erwies sich als zuverlässig und treu! Wir kehrten zwar müde zurück, hatten aber viele Menschen ermutigen können und waren selbst überaus reich beschenkt worden.

Hans-Peter & Monika, aus der Lukas-Gemeinde