Männerfreizeit, was ist das für ein Hype?

"Es ist ermutigend von so viel Bewegung in den Familien nach dem Männer Wochenende zu hören. Ich danke IHM!"

Mit dem "IHM" in einem Facebook-Kommentar meint der Leiter unserer Männerarbeit den Erfinder des Mannes. Gott, den wir als liebenden Vater im Himmel kennenlernen durften.

Kurz aber Tiefgang

Am 22. und 23. November trafen sich über 70 Männer der Lukas-Gemeinde weit draußen auf dem Land bei Blankensee, dort wo die Wildgänse starten. Es waren auch viele Freunde und Arbeitskollegen dabei. Wir wollten es alle kurz, damit wir zu den Familien zurück können. Kurz und dafür mit Tiefgang.

Unsere Frauen baten uns regelrecht, dort hinzufahren. Sie wussten aus Erfahrung, dass wir neu betankt werden. Viele nahmen gerne großen Aufwand in Kauf, nur damit wir hinkönnen. Woher kam diese Motivation, dieser Drive, dieser Hype?

Betankung in der Luft

Ich sagte schon: Auftanken. Ein bisschen Bier, die tollen Leute, Chips, ein guter Film, mehrere Filmsequenzen. Das alleine macht es nicht aus. Wir treffen nicht nur Männer, wir treffen Gott an. Wie man sich das vorstellen soll? Gott kann sich dem Menschen mitteilen. Jedem Menschen. Gott bringt unsere Gedanken in Gang. Ich bekomme auf einmal im Kopf vieles klar, kann Dinge neu sortieren – sogar bis tief in die Vergangenheit, die Kindheit. Ich finde Antworten auf lange unbeantwortete Fragen. Gott spricht! Das erlöst. Andere erzählen – und ich merke: Ihnen geht es auch so.

Wir tanken auf aus der Luft und werden geerdet. Und das begeistert auch die Ehefrauen, Verlobten oder Freundinnen.

Was macht uns zu Männern?

Geltung, Gebrauchtwerden, Gut sein, Erfolgreich sein – das wollen wir. Wer gibt uns das Gefühl es zu sein? Die anderen Männer? Diesen großartigen Typen was beweisen? Das erscheint mir sinnlos. undefinedDer Männercoach Dirk Schröder macht es uns einfach: Der Mann sucht auf zwei Fragen die Antwort. Die erste lautet:

'Bin ich der geliebte Sohn?'

Dirk Schröder erklärt: Jesus Christus hat die Kosten voll übernommen. Er stirbt am Kreuz, damit wir wieder Söhne werden dürfen. Wenn wir das glauben und annehmen, sind wir Söhne des Schöpfers. Und - Gott macht uns nicht zu Adoptivkindern. Wir dürfen uns als leibliche Söhne ansehen.

Gott gibt uns volle Rechte, volle Akzeptanz, voll und ganz Sohn. Ich lerne: Ich bin ein Sohn des allmächtigen Gottes, eines Vaters, der mich bedingungslos liebt, mich annimmt, wie ich bin, immer den Daumen für mich hochhält. Das zu begreifen, bedeute sprichwörtlich 'nach Hause zu kommen', meint der Männercoach. Da haben wir die Geltung und das Gebrauchtwerden schon einmal im Kasten, denke ich.

Aber wer beantwortet mir die zweite Frage?

'Habe ich es drauf?'

Mein Job, meine Freundin, meine Kumpels, das, was ich zustande bringe? Auf dem Weg zur Antwort habe ich mich schon viel zu lange verrannt, auf der wilden Suche danach, es drauf zu haben. Dirk Schröder sagte, nur zwei könnten das beantworten: Entweder der eigene leibliche Vater oder Gott, der sich "unser Vater im Himmel", nennt. Wird diese Frage nicht von einem dieser beiden beantwortet, bleiben wir ein Leben lang auf der Suche nach der Antwort. Und das kenne ich zu gut. Diese Suche machte mich fast krank. Ich habe in der Vergangenheit überreagiert oder wurde cholerisch, habe genervt, gebuckelt, sklavisch gedient. Ich ging jedes Risiko ein, drehte voll auf, verzehrte mich, brannte aus. Nur um herauszubekommen, ob ich es drauf habe. Was für ein niedriges Motiv, denke ich jetzt. Und nichts half. Ich kam nicht zur Antwort.

Ende der Flucht

Aber diese qualvolle Flucht vor der Ablehnung sollte mit diesem Wochenende enden. Habe ich es drauf? Das beantwortet mir der Vater im Himmel. Er sortierte meine Gedanken. Der Vater im Himmel erklärte mir, dass die Antwort auf diese Frage völlig unabhängig davon sei, was ich beispielsweise beruflich, finanziell, materiell, sozial und familiär auf die Reihe bekäme. Denn all das habe ja ohnehin mit viel zu vielen fremden Faktoren zu tun. Wenn die Familienmitglieder nicht richtig mitmachen oder sich sehr viel Mühe geben, dass es ein guter Tag wird, dann waren die im Spiel. Was sagt das dann über mich aus? Ein bisschen, aber nicht genug. Also hilft es nicht. Wenn ich bei einem Kundengespräch keinen Erfolg habe, dann liegt das auch am Kunden, der sich einfach ´mal nicht für mein Produkt entscheidet. Das kann man für jedes Beispiel anwenden. Es führt nicht zu mir selbst.

Ich finde zu mir selbst

Deshalb erhielt ich von diesem Gott, den es ja tatsächlich gibt, die persönliche Zusicherung, dass ich nicht nur 'voll OK', sondern sein geliebter Sohn, der unendlich wertvoll, liebenswert, großartig, stark, erfolgreich, einfach genial (geschaffen) bin.

An dem Männerwochenende flossen viele Tränen der Erleichterung, Freude, Erlösung. So ist es, wenn die Wahrheit frei macht. Nur wenn es frei macht, ist es auch Wahrheit. Der Männercoach will keine 'fromme Suppe'.
Die hilft auch nicht. Die sagt mir nicht, was ich bin. Gott macht mich zum Mann.


Arend M., Mitglied der Lukas-Gemeinde